Autismusförderung
Ein Raum, um sich selbst zu verstehen
Die eigene Struktur verstehen. Stärken entdecken. Den eigenen Weg gestalten.
Menschen mit neurodivergenter Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweise nehmen ihre Umwelt wahr und verarbeiten Eindrücke auf eine Weise, die sich von der gesellschaftlichen Mehrheit unterscheidet. Dadurch können alltägliche Anforderungen, soziale Situationen und der Umgang mit Reizen oder Veränderungen besondere Herausforderungen mit sich bringen. Die Praxis Preuß bietet einen Raum des Sich-Selbst-Erlebens – mit Zeit und Ruhe, um die eigene Wahrnehmung, das Denken, Fühlen und Handeln besser zu verstehen.
Im Mittelpunkt stehen die individuellen Stärken, Bedürfnisse und selbst gewählten Entwicklungsziele. Gemeinsam entwickeln wir passende Strategien und Hilfen, um den Alltag selbstbestimmter zu gestalten und die eigene Individualität wertzuschätzen.
1. Kindergartenalter – sich selbst und die Welt entdecken
Im Kindergartenalter stehen die Körperwahrnehmung, die Verarbeitung von Reizen, die Sprachentwicklung und das Verstehen erster sozialer Regeln im Mittelpunkt.
Spielerisch und alltagsnah werden die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und erste Regulationsmöglichkeiten gefördert. Eine frühzeitige Begleitung kann helfen, Überforderung besser zu bewältigen und Meltdowns oder Shutdowns vorzubeugen oder ihre Auswirkungen zu begrenzen.
Ziel ist es, das Kind darin zu stärken, sich selbst besser zu verstehen und mit seiner Umwelt zunehmend sicher umzugehen.
2. Jugendalter – die eigene Identität verstehen
Körperliche Veränderungen, neue Sinneseindrücke und wachsende soziale Anforderungen können Jugendliche vor besondere Herausforderungen stellen. Die Praxis Preuß unterstützt sie dabei, ihre Wahrnehmung, Belastungsgrenzen und Bedürfnisse besser zu verstehen.
Auch die Schule kann eine große Belastung darstellen. Individuelle Strukturierungshilfen, visuelle Ablaufpläne, Kommunikationsmittel und passende Lernstrategien können Orientierung geben und die Teilnahme am Schulalltag erleichtern. In einem begrenzten Rahmen sind Absprachen mit Schulen und Ausbildungsbetrieben möglich.
Jugendliche, die erst spät eine Autismusdiagnose erhalten, finden Raum, ihre Biografie neu zu betrachten, belastende Erfahrungen einzuordnen und einen wertschätzenden Umgang mit sich selbst zu entwickeln. Auch soziale Kommunikation und der Umgang mit anderen Menschen können individuelle Lernfelder sein.
Ziel ist es, Selbstvertrauen aufzubauen und den eigenen Weg in Schule, Beziehungen und Ausbildung zu finden.
3. Erwachsenenalter – den eigenen Weg gestalten
Im Erwachsenenalter geht es darum, die eigene neurodivergente Struktur besser zu verstehen und die eigenen Bedürfnisse im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen und sozialer Regeln einzuordnen.
Die Praxis Preuß unterstützt dabei, persönliche Stärken zu erkennen, eigene Grenzen ernst zu nehmen und individuelle Strategien für soziale Situationen und die Alltagsorganisation zu entwickeln. Gemeinsam werden passende Alltagshilfen und Rahmenbedingungen erarbeitet, um Selbstständigkeit und Teilhabe am Arbeitsleben oder an einer sinnvollen Beschäftigung zu ermöglichen.
Ziel ist es, die eigene Individualität wertzuschätzen und ein Leben zu gestalten, das zu den persönlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Zielen passt.
4. Beratung – Autismus gemeinsam verstehen
Eine Autismusdiagnose wirft häufig Fragen auf – bei den Betroffenen selbst ebenso wie bei Eltern, Angehörigen und weiteren Bezugspersonen.
Die Praxis Preuß bietet Beratung im Kontext der Autismusdiagnose an und bezieht bei Bedarf das familiäre, schulische, berufliche oder soziale Umfeld mit ein. Gemeinsam werden individuelle Bedürfnisse verständlich gemacht, Missverständnisse eingeordnet und Möglichkeiten für eine unterstützende Kommunikation und Alltagsgestaltung entwickelt.
Die Beratung erfolgt als private Leistung oder – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – nach den Vorgaben des jeweiligen Kostenträgers.
Ziel ist es, Verständnis zu fördern und ein Umfeld zu gestalten, in dem individuelle Bedürfnisse wahrgenommen und berücksichtigt werden.
Den eigenen Weg finden
Jeder Mensch bringt eine eigene Struktur, individuelle Stärken und persönliche Herausforderungen mit. Deshalb orientiert sich die Begleitung an der jeweiligen Person, ihrem Tempo und ihren Zielen.
Es geht nicht darum, jemand anderes werden zu müssen. Es geht darum, sich selbst besser zu verstehen, die eigene Individualität wertzuschätzen und das eigene Leben auf dieser Grundlage zu gestalten.
Methodenkoffer
So verschieden wie die Menschen im Autismus-Spektrum sind, so breit gefächert sind auch die Methoden die in den autismusspezifischen Fachleistungen Anwendung finden:

Reizverarbeitung/ Wahrnehmungsförderung
- Sensorische Integrations-Elemente nach Jane Ayres
- Psychomotorik nach Renate Zimmer
- Beziehungsorientierte Bewegungspädagogik nach Sherborne

Entwicklungsförderung (Kognition, Motorik)
- Heilpädagogische Übungsbehandlung
- Heilpädagogische Entwicklungsförderung
- TEACCH- Ansatz

Emotional-soziale Entwicklung
- Heilpädagogische Spieltherapie
- Heilpädagogische Kunsttherapie
- Psychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Elemente (keine Psychotherapie!)

Kommunikation
- Formen der unterstützten Kommunikation
- Meta-Com-System
Praxisräume
Praxis Preuß ist unabhängig vom Elithera Gesundheitszentrum, trozdem wird ihnen natürlich an der Rezeption weitergeholfen wenn Sie zum Termin erscheinen.






Kostenübernahme
Kostenübernahme der autismusspezifischen Leistungen
Die Praxis Preuß hat eine Leistungsvereinbarung mit der Eingliederungshilfe (SGB IX) und der Jugendhilfe (SGB VIII).
Die Leistungen der Praxis Preuß können auf Antrag beim entsprechenden Kostenträger beantragt und bei vorhandener, eindeutiger Diagnose übernommen werden.
Die Ansprechpartner dazu finden sich im Landratsamt Ortenau in der Eingliederungshilfe oder Jugendhilfe oder im jeweils zuständigen kommunalen sozialen Dienst vor Ort.
Häufig gestelle Fragen (FAQ)
Werden die Kosten für die Autismusförderung übernommen?
Die Kostenübernahme wird in der Regel durch die Eingliederungshilfe des Landratsamtes Ortenau geprüft.
Voraussetzung ist meist eine gesicherte Diagnose aus dem Autismus-Spektrum (ASS).
Wird die sogenannte autismusspezifische Fachleistung als notwendig anerkannt, werden die Kosten in der Regel übernommen.
Was muss ich für eine Kostenübernahme tun?
Die Eingliederungshilfe ist in der Regel der zuständige Kostenträger.
Für die Antragstellung benötigen Sie ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten, das die Diagnose ASS bestätigt.
Mit diesem Gutachten können Sie bei der Eingliederungshilfe einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Mein Kind besucht eine Kita oder eine Schule – wann finden die Termine statt?
Die Praxis hat sowohl Öffnungszeiten am Vormittag als auch am Nachmittag. Die Nachmittagstermine sind v.a. für Schulkinder und Personen in Ausbildung. Die Praxis Preuß ist gut mit umliegenden Kitas, Schulen und SBBZ vernetzt.
In gemeinsamer Absprache mit allen Beteiligten ist es möglich, Therapietermine so zu gestalten, dass Kita- oder Schulzeiten anteilig verkürzt werden können.
Können die Leistungen können auch privat finanziert werden?
Kommt keine Kostenübernahme durch den Kostenträger zustande können alle austismusspezifischen Leistungen auch privat finanziert werden.
Was kostet eine Privatleistung?
Für privat finanzierte Leistungen schreiben Sie bitte eine Anfrage an die Praxis Preuß.
Sie erhalten anschließend eine transparente Übersicht über die aktuellen Kosten und möglichen Angebote.
Werden auch andere Diagnosen außer Autismus betreut?
Ja. Die Praxis Preuß arbeitet auf heilpädagogischer Grundlage.
Heilpädagogik begleitet Menschen mit besonderen Entwicklungs- und Unterstützungsbedarfen, z. B. bei:
- ADHS
- Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- Entwicklungsverzögerungen
- Emotional-soziale Entwicklung
- weiteren Förderbedarfen
Für den Bereich Autismus besteht eine Leistungsvereinbarung mit dem Landratsamt Ortenau.
Für andere Diagnosen ist eine Privatleistung oder ggf. eine sogenannte Einzelfallvereinbarung / Einzelfallmaßnahme mit dem Landratsamt möglich, basierend auf einem Antrag durch die Eltern oder die betroffene Person ebenfalls bei der Eingliederungshilfe auf Basis des Sozialgesetzbuches.
Was wird in der Autismusförderung gemacht?
Die Inhalte der Autismusförderung lassen sich nicht pauschal festlegen, da sie individuell auf die Bedürfnisse der Person abgestimmt sind.
In der Regel wird ein mit der Eingliederungshilfe abgestimmter Förder- und Behandlungsplan erstellt. Darin legen Sie, das Amt und die Praxis gemeinsam die Ziele und Inhalte fest.
Die Arbeit der Praxis ist „beziehungsorientiert, kooperativ und systemisch“.
Das bedeutet: Es wird mit Ihnen bzw. Ihrem Kind gearbeitet, nicht über Sie oder Ihr Kind hinweg. Weder Sie noch Ihr Kind sind problematisch – vielmehr geht es darum, dass Umfeld – und Lebensweltbedingungen noch nicht ausreichend an die individuellen Bedarfe angepasst sind.
Gemeinsam wird erarbeitet, was es für das Erreichen von Entwicklungszielen braucht.
Dabei kommen unterschiedliche heilpädagogische Methoden sowie Methoden aus der Unterstützten Kommunikation (z.B. MetaCom; PECS) aber auch verhaltenstherapeutische Ansätze.
Ich habe Sorge um mein eigenes Wohl oder um das Wohl meines Kindes.
Wenn Sie Sorgen haben, dass außerhalb der Praxis eine Gefahr für Sie oder Ihr Kind bestehen könnte und Sie sich jemandem anvertrauen möchten, sprechen Sie bitte die Praxisinhaberin direkt an.
Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind innerhalb der Praxis nicht gut betreut wurde, ist es sehr wichtig, diese Sorge offen anzusprechen. Ihre Wahrnehmung wird ernst genommen, und es ist ausdrücklich erwünscht, über Unsicherheiten oder belastende Situationen ins Gespräch zu kommen.
Ich möchte mich über etwas beschweren, das in der Autismusförderung nicht gut gelaufen ist.
Wenn Sie eine Beschwerde zur Arbeit der Praxis Preuß haben, wenden Sie sich bitte ebenfalls direkt an die Praxisinhaberin.
Die Praxis versteht Rückmeldungen und Beschwerden als wichtige Grundlage, um die eigene Arbeit transparent zu reflektieren und kontinuierlich zu verbessern.